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Damen I: Der Meister muss zum Vizemeister

Wasserburg ist im Playoff-Viertelfinale nur Außenseiter

Aus einer gänzlich ungewohnten Position startet der TSV Wasserburg in die Playoffs. Mit Rang sechs nach einer durchwachsenen Vorrunde hat der Titelverteidiger keinen Heimvorteil und muss sich schon im Viertelfinale mit einem richtig schweren Brocken auseinandersetzen: Vizemeister Freiburg. Spiel eins der best-of-three-Serie ist am Samstag, 19.30 Uhr, im Breisgau, am Ostersamstag hat der deutsche Meister dann sein Heimspiel. Kritiker unken, es könnte die letzte Dienstfahrt und der letzte Heimauftritt von Hans Brei als Coach sein.

Der sechsmalige Meistertrainer beschäftigt aber nicht mit dem Ausscheiden, sondern mit dem Halbfinaleinzug seines Teams, wissend, dass Wasserburg in der aktuellen Form nur Außenseiter ist. „Natürlich haben wir unsere Erkenntnisse aus der Saison, wir wissen, was funktioniert gegen Freiburg. Und wenn wir diese Dinge richtig machen, haben wir schon am Samstag eine reelle Chance zu gewinnen. Einfach wird’s natürlich nicht.“ Freiburg war bis Weihnachten das Maß der Dinge in der DBBL. Souverän zog das Team von Coach Harald Janson seine Kreise an der Tabellenspitze, doch mit dem Jahreswechsel waren Rhythmus und Sicherheit wie weggeblasen. Es setzte fünf Auswärtsniederlagen in Folge, mit der letzten bei den Rhein-Main Baskets verspielte man Vorrundenrang eins. Keine Niederlage fiel allerdings höher als fünf Punkte aus, und zuhause war der Vizemeister in der Rückrunde ungeschlagen. „Wir kennen dieses Phänomen aus erfolgreichen Wasserburger Jahren“, vergleicht Brei. „Du stehst vorne, alle loben dich schon zum Titel, dann scheidest du plötzlich im Pokal aus und der Druck steigt. Die Gegner stellen sich immer besser auf dich ein, etwas Pech kommt dazu und schon gehen Spiele den Bach runter.“

Freiburg erlebt einen Basketballboom. Die Unihalle bevölkern regelmäßig über 1000 Fans, die nach der Vizemeisterschaft jetzt den ersten Titel wollen. Mit Neuzugang Judie Lomax, Yvonne Turner und Urgestein Mirna Paunovic hat Janson drei der Top-15-Scorer der Liga im Team. Sie entwickeln sehr viel Druck zum Korb und nehmen wenige Würfe aus der ungeliebten Mitteldistanz. Turner und Paunovic gehören zudem zu den besten Dreierschützen der Liga. Der deutsche Meister muss also gleich zwei Schwerpunkte in der Defensive setzen: die Zone am Korb so gut wie möglich zumachen, gleichzeitig aber die Schützen von draußen nicht aus den Augen verlieren. Je besser die Verteidigung steht, desto einfacher wird es dann im Angriff. 24 Schnellangriffe hatte Wasserburg zuletzt gegen Osnabrück im kleinen Finale um den Pokal. Zugegeben, Osnabrück ist nicht Freiburg, aber die positiven Ansätze waren unverkennbar, nachdem Rhein-Main die Wasserburger defensive tags zuvor noch auseinander genommen hatte.

Der deutsche Meister wird mit vollem Kader in den Breisgau reisen, Mara Conley ist wieder gesund und Krystal Vaughn beisst in den Playoffs natürlich auf die Zähne. Ihr Fehlen im Spiel um Platz drei wurde vielfach kritisch gesehen. Die Priorität lag nach der Halbfinalniederlage aber ganz klar auf den Playoffs und nicht auf einem Sieg im kleinen Pokalfinale.

30.03.2012 12:34 Alter: 7 Jahr(e)

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