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Damen I: Wundertüte Wasserburg

Der deutsche Meister beendet Auswärtspleitenserie: 74:68 in Marburg

Der TSV Wasserburg ist in dieser Saison eine echte Wundertüte. Von Woche zu Woche präsentiert das Team von Wanda Guyton und Hans Brei ein anderes Gesicht – entsprechend sind die Ergebnisse. Nach der enttäuschenden Niederlage in Rotenburg/Scheeßel triumphierte der deutsche Meister am Samstag überraschend in Marburg mit 74:68 (34:28). Es war der lang erwartete erste Auswärtssieg 2012. Wasserburg verbesserte sich damit auf Platz fünf der Tabelle, punktgleich mit den dahinter folgenden Teams aus Marburg, Osnabrück und Oberhausen. Vier Spieltage vor Beginn der Play-Offs ist in der Liga beinahe noch alles offen. Selbst Tabellenführer Freiburg schwächelt und unterlag bei Schlusslicht Saarlouis.

„Es war ein verdienter Sieg, aber wir mussten wieder einmal einem Rückstand hinterherlaufen. In Rotenburg waren wir in der Schlussphase nicht nervenstark, diesmal schon. Ich bin sehr stolz auf das Team“, resümierte Brei zufrieden. Im ersten Viertel sah es allerdings noch alles andere als gut aus. Die Gastgeberinnen dominierten am Korb, vor allem Centerin Lisa Koop spielte ihre Größenvorteile (1,97m) aus und warf über die Gästeverteidigung hinweg. Sandra Weber schenkte dazu zwei Dreier ein. Wasserburg entwickelte offensiv zu wenig Druck zum Korb, Krystal Vaughn nahm zu viele schlechte Würfe aus der Mitteldistanz (1/6), die Rebounds landeten regelmäßig in Marburger Händen.

Nach dem 11:18 stellten die Gäste auf Zonenverteidigung um, um die Anspiele auf Koop zu verhindern und ihren Aktionsradius einzuengen. Das gelang exzellent, Marburg kam völlig aus dem Rhythmus, warf eigentlich nur noch aus der Distanz und schoss fünf Minuten lang nur Fahrkarten. „Wir hatten einfach mehr Spielerinnen um Koop herum und sind insgesamt viel aggressiver auf den Ball gegangen“, erklärte der Coach das Defensivkonzept. Nach den nun häufigen Defensivrebounds drückten Diana Pop und Hicran Özen im Angriff aufs Tempo, Marburg fehlte so die Organisation in der Verteidigung und Wasserburg kam zu schnellen und leichten Punkten. Die Gäste reduzierten allmählich den Rückstand. Özen, Katja Zberch, Rebecca Thoresen und Jezabel Ohanian sorgten mit einem 11:0-Zwischenspurt für eine 22:18-Führung (15. Minute). Zugute kam den Gästen dann auch das dritte Foul von Koop, die Centerin nahm vorerst auf der Bank Platz. Wasserburg hielt den Druck in der Offensive und Defensive hoch und verteilte die Last im Angriff auf viele Schultern. Vier Freiwürfe von Vaughn, erneut Zberch und Özen markierten erstmals eine zweistellige Führung (32:22/18.).

Nach dem Wechsel blieben die Gäste natürlich ihrer Zonenverteidigung treu. Marburg nutzte die vorhandenen Möglichkeiten aus der Distanz nicht. Amanda Davidson, Tina Menz und Alissa Pierce trafen in dieser Phase keinen Dreier. Ganz anders Rebecca Thoresen. Der Wasserburger Mannschaftskapitän versenkte drei Distanzwürfe im dritten Viertel, parallel dazu agierte Vaughn am Korb unheimlich effektiv. Die US-Amerikanerin nutzte ihre körperlichen Vorteile und machte zehn Punkte in diesem Abschnitt. Bei 48:36 (25.) schien Wasserburg alles unter Kontrolle zu haben, doch Shenita Landry und Sandra Weber halbierten innerhalb einer Minute den Vorsprung (48:42/26.).

Die Gäste hatten aber weiter alles unter Kontrolle, behielten kühlen Kopf und eine sichere Führung. Mitte des Schlussabschnitts betrug der Vorsprung wieder zehn Punkte (67:57/36.). Erst in der letzten Minute der Partie kam Marburg in Schlagdistanz (69:65), weil die Gäste plötzlich hektisch im Abschluss wurden, ihre Freiwürfe nicht mehr konsequent nutzten und unnötige Ballverluste produzierten. Davidson verfehlte dann aber einen Dreier, Vaughn erhöhte von der Freiwurflinie auf 71:65. Sandra Weber verkürzte mit ihrem fünften Dreier 20 Sekunden vor Ende zwar auf 71:68, doch Thoresen und Vaughn von der Linie sicherten den verdienten Auswärtssieg.

Es spielten:

Krystal Vaughn (29 Punkte), Rebecca Thoresen (15), Hicran Özen (9), Katja Zberch (7), Jessica Höötmann (4), Sheena Moore (4), Jezabel Ohanian (2), Brittainey Raven (2), Diana Pop (2), Mara Conley und Mailis Pokk.

19.02.2012 18:09 Alter: 88 Tag(e)

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