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OVB: „Bereit, die Herausforderung anzunehmen“

Interview mit Rückkehrerin Svenja Brunckhorst

Große Ziele, aber auch eine große Vorfreude: Svenja Brunckhorst ist wieder zurück in Wasserburg. Am Montagabend hat die Nationalspielerin ihren neuen Vertrag beim Basketball-Bundesligisten aus der Innstadt unterschrieben. Im Wissen, dass es eine ganz andere Situation als 2016 ist, als sie aus Wasserburg ins Ausland wechselte.

Es ist aber auch eine ganz andere Svenja Brunckhorst, die nun wieder in Wasserburg auflaufen wird. Voller Elan und Selbstbewusstsein, persönlich gereift von zwei Spielzeiten in Spanien und Frankreich. Die 26-Jährige soll und will eine absolute Führungsfigur sein, wie sie im Interview mit der OVB-Sportredaktion sagt.

Was ist für Sie Heimat?

Heimat ist da, wo meine Familie und meine Freunde sind, wo ich mich wohlfühle. Ich komme zwar aus dem Norden, aber das hier in Wasserburg ist meine Heimat. Da weiß ich, wo ich zum Bäcker und Metzger hingehen muss, da kenne ich die Leute.

War es dann für Sie an der Zeit, wieder in die Heimat zurückzukehren?

Für mich schon. Es waren zwei super Jahre, die ich jetzt im Ausland gehabt habe. Ich habe aber auch gemerkt, dass es nicht unbedingt meins ist, zehn Jahre lang von Stadt zu Stadt oder Land zu Land zu ziehen. Ich habe mittlerweile höchsten Respekt vor den Leuten, die das so durchziehen.

Im April 2017 sagten sie im OVB-Interview: „Irgendwann werde ich wieder nach Wasserburg zurückkommen. Nur wann, weiß ich noch nicht.“ Dass es so schnell ging, war aber noch nicht in der Planung, oder?

Nein. Ich hätte damals wohl gedacht, dass ich noch ein weiteres Jahr dranhänge. Die Entscheidung ist auch ein bisschen studiumgebunden. Ich muss meinen Master noch machen und das geht für mich in Wasserburg am Besten.

Nun erleben Sie ein anderes Wasserburg als 2016. Fällt der Schritt trotzdem leicht?

Auf jeden Fall. Im März und April hatte mich Gabi Brei schon kontaktiert. Da hatte ich schon den Schritt überlegt, wusste aber damals schon, dass es ein Neuanfang in Wasserburg ist. Ich wollte aber auch ein anderes Wasserburg vorfinden als zuletzt, mit mehr deutschen Spielerinnen und einer verjüngten Mannschaft. Es kommen in Deutschland endlich viele Spielerinnen nach, endlich haben wir eine gute Generation. Jetzt müssen nur die Vereine etwas tun. Und ich will den jungen Spielerinnen hier etwas weitergeben.

Sieben deutsche Meistertitel, Nationalspielerin, internationale Erfahrung – sind Sie dann quasi die „Mutter der Kompanie“?

Nein, das definitiv nicht. Ich gehe aber die Sache auch definitiv anders an als mit 20. Ich habe mir meinen aktuellen Stand erarbeitet, möchte den natürlich beibehalten und etwas weitergeben.

Das neue Wasserburg ist noch verborgen. Der Trainer ist noch nicht präsentiert, Sie sind die erste Spielerin, die bekanntgegeben wurde. Was hat Sie überzeugt?

Das Konzept hat mich angesprochen. Die Verantwortlichen planen mit den Trainern was Einmaliges. Es ist mein Ziel, das deutsche Basketball zu pushen.

Sie sind im neuen Konzept sicherlich eine Gallionsfigur. Haben Sie Angst, dass die Erwartungshaltung zu groß werden könnte?

Ich mag so etwas. Und ich bin auch bereit, diese Herausforderung anzunehmen. Ich weiß, was ich kann, und will das auch zeigen. Natürlich werden viele auf mich schauen, aber das ist für mich kein Problem.

Ihre Rolle wird eine andere sein als 2016. Welche Aufgabe erwartet Sie und wie können Sie sich einbringen?

Das Wichtigste ist, wieder etwas zwischen Fans, Stadt und Spielerinnen zu entwickeln. Dass die Leute wieder vermehrt zu den Spielen kommen, dass sie sich mit den Spielerinnen wieder identifizieren können. Das hat zuletzt wohl gefehlt. Die Hauptaufgabe ist aber, auf dem Feld Leader zu sein und den jungen Spielerinnen Möglichkeiten zu geben.

Was haben Sie dahingehend von den beiden Jahren im Ausland mitgenommen?

Sehr viel, einerseits privat, aber auch für die persönliche Entwicklung. Ich habe Sprachen gelernt und habe Verständnis für fremde Spielerinnen entwickelt, die nach Wasserburg kommen und denen geholfen werden muss. Sportlich war gerade das letzte Jahr in Frankreich herausragend. Dort herrscht ein sehr gutes Niveau und wir haben teilweise vor 4000 Zuschauern und mehr gespielt. Zudem durfte ich gegen zwei meiner Vorbilder, die Spanierin Laia Palau und die Französin Celine Dumerc, spielen. Das war auch sehr beeindruckend.

Auslandsaufenthalte schulen auch die Persönlichkeit. Ist Svenja Brunckhorst 2018 eine andere als 2016, als sie Wasserburg verlassen hat?

Ja, ich denke schon. Wenn Sie meine Familie und meine Freunde fragen, dann werden die Ihnen das auch mit „Ja“ beantworten.

Und nun also wieder Wasserburg. Ist mit dieser Rückkehr die Wanderszeit vorbei oder gibt es für Sie noch besondere Wünsche?

Eigentlich ist es schon das Ziel, hier etwas aufzubauen und Wasserburg wieder zu einem Basketball-Standort zu machen. Wenn aber etwas kommt, das mich umhaut, dann müsste ich mir das schon noch einmal überlegen.

Interview: Thomas Neumeier, OVB Sportredaktion

29.07.2018 12:04 Alter: 174 Tag(e)

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